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Künstler an Grundschulen

Unter diesem Link ist das entstandene E- Book der 4. Klasse als Videodatei anzusehen.

 

„Rund um den Silberberg – mit Fredi Fledermaus!“

 

Die SchülerInnen der dritten und vierten Jahrgangsstufe der Naturparkschule Grund- und Mittelschule Bodenmais gestalteten im Rahmen des Projektes „Künstler in der Grundschule“ ein Gesamtkunstwerk in Collagetechnik.

Unter der Leitung von Künstlerin Marianne Amann aus Deggendorf und Fachoberlehrerin Esther Höfelsauer entstand aus 63 kleinen Leinwänden das Wahrzeichen des Ortes Bodenmais, der Silberberg, mit den historischen roten Bergmännern aus Holz.

Das Projekt wurde an vier Tagen vom 17. Juni bis einschließlich 22. Juni 2021 durchgeführt.

 

Allgemeines:

Das Projekt „Künstler in der Grundschule“ sollte den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in den Lebensbereich und die Arbeitswelt eines Künstlers bieten, sie mit den Methoden der Malerei und mit applizierenden sowie strukturgebenden Techniken vertraut machen. Ebenso sollten die Kinder im sachgerechten Umgang mit Farben unterschiedlicher Beschaffenheit unterwiesen werden. Sie sollten den Entstehungsweg von der Idee eines Kunstwerkes über die Planung, den Entwurf, die Umsetzung bis hin zum fertigen Bild kennenlernen und diesen auch nachvollziehen können.

Das Projekt hatte auch zum Ziel, den Kindern eine neue Perspektive auf die unmittelbare Umgebung, ihrer Heimat und deren Artenreichtum, die wir als selbstverständlich wahrnehmen, zu vermitteln, was wiederum ein Grundgedanke des Projekts Naturparkschule ist.

 

Planung:

Als Erstes musste ein passendes Motiv gefunden werden, das einerseits als Gesamtkunstwerk darstellerisch umsetzbar war und andererseits dem Charakter der Naturparkschule gerecht wurde. Die SchülerInnen sollten dadurch einen Bezug zu ihrer Heimat, ihrem Umland und der örtlichen Fauna herstellen können.

Die Beteiligten entschieden sich für die Darstellung des 955m hohen „Hausberges“ des Ortes Bodenmais mit einem markanten felsigen Doppelgipfel, dem Silberberg. Als Zweitthema wählte man die Fledermaus, die in großer Artenvielfalt im stillgelegten Stollen des Silberberges beheimatet ist und der Schule als Maskottchen und Lernbegleiter dient.

Fredi Fledermaus, eine Comic-Figur, begleitet die Grundschulkinder von der ersten bis zur vierten Jahrgangsstufe.

Materialtechnisch entschieden wir uns für Acrylfarbe, da diese schnell trocknend, stark deckend und leicht wieder zu überarbeiten ist. Außerdem können mit den Acrylfarben sehr gut verschiedene Schichten angebracht und somit gestalterische Tiefe erzeugt werden. Wir hatten uns auch dazu entschieden, das Gesamtkunstwerk aus 63 kleinen Einzelleinwänden entstehen zu lassen. So konnte jedes Kind mit mindestens einer eigenhändig gestalteten Leinwand zu diesem großflächigen Gesamtbild beitragen.

Bei der Fledermaus, die zuvor im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts und mit Unterstützung der Naturpark-Ranger detailliert besprochen worden war, wollten wir die unterschiedlichen Flugvarianten dieser Tiere in der Dämmerung darstellen.

Um dieses Projekt auch medial aufarbeiten zu können, beschlossen wir, über unsere Tätigkeiten ein E- Book mit dem Programm „Book - Creator" auf den schuleigenen IPads zu erstellen und die Künstlerin anhand eines ausgearbeiteten Fragenkataloges näher kennenzulernen.

 

Darstellerische Planung:

Die Kinder sollten sich überlegen, welche Kriterien für die Umsetzung des jeweiligen Themas von Bedeutung ist oder welche Besonderheiten zu beachten sind, die möglicherweise auf dem Gesamtkunstwerk festgehalten werden sollten. Sie sollten haptisch erkunden, wie man strukturelle Eigenschaften, wie z.B. Gestein, Äste, Erde, Rinde oder Gräser gestalterisch darstellen kann. Für das Zweitthema „Fledermaus“ musste sowohl der Lebensraum der Tiere, ihre Nachtaktivität, die für die Hintergrundgestaltung von Bedeutung war, der Körperbau und die verschiedenen Flugstellungen im Vorfeld erarbeitet werden. Ebenso musste auf die Details bei der Darstellung der Flügel geachtet werden und welche Bedeutung der Lichteinfall auf die Schattenbildung.

 

Durchführung:

Ein erstes Ziel dieses Projektes war es, die Künstlerin näher kennenzulernen. Dazu wurde ein Interview mit Marianne Amann geführt und der zuvor im Deutschunterricht erstellte Fragenkatalog wurde abgearbeitet. Zwei im Vorfeld ausgewählte Moderatoren führten das Interview, die restlichen Schüler hielten die Antworten schriftlich fest. Danach durfte jeder Schüler zudem eigene Fragen an die Künstlerin richten. Zu einem späteren Zeitpunkt sollten die gewonnenen Informationen in ein E- Book übertragen werden, ebenso wie die während der praktischen Tätigkeiten entstandenen Fotos oder Bilder der fertigen Schülerarbeiten.

Im Praxisteil wurden anschließend den Schülerinnen und Schülern als erstes die Grundtechniken der Malerei vermittelt, um die Schülerarbeiten fachgerecht anfertigen zu können und um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten.

Dazu war es wichtig, dass die SchülerInnen erst einmal mit dem neuen Material „Acrylfarbe“ experimentieren durften, dass sie in die Pinselführung eingewiesen wurden und ihnen der Materialauftrag nähergebracht wurde. Die kleinen Künstler mischten unterschiedliche Farbnuancen und erlernten die für Acrylfarbe typischen Maltechniken (Primatechnik, Nass-in-Nass-Technik, Lasurtechnik, Spachteltechnik, Collagetechnik) kennen. Sie erfuhren alles Wissenswerte über Farben und deren Wirkung, sie setzten sich mit der Bildaufteilung auseinander oder entdeckten verschiedene Aspekte der strukturellen Bildgestaltung.

Anschließend wurden sie in Kleingruppen eingeteilt, in denen für das spätere Gesamtbild der Hintergrund mit einer ersten Deckschicht anzufertigen war. Jede Gruppe wählte einen bestimmten Farbton. Für das Gemeinschaftsbild wurden in den Kleingruppen die Farben des Himmels, Grün- und Grautöne für den Mittelteil (Silberberg) und die Erdtöne für den untersten Teil des Kunstwerkes herausgearbeitet.

Nach dem Trocknen des Hintergrundes erfolgte in Collagetechnik das Auftragen von unterschiedlichen Papieren und Naturmaterialen wie Rinde, Moos oder Sand, um die Beschaffenheit von Bäumen, Sträuchern und Gestein hervorheben zu können. Es wurde auch mit Strukturpaste gearbeitet, um verschiedene Ebenen zu erzeugen und das Bild lebendiger erscheinen zu lassen. Die Grundschüler experimentierten mit Naturmaterialen und Pigmenten, vermischten Sand mit Farbe, benutzten Spachteln, kratzten nach Belieben die Farbe wieder ab und trugen sie erneut auf. Dies führte zu den verblüffendsten Ergebnissen.

Am dritten Tag begleitete ein Filmteam aus Rosenheim unsere Arbeiten am zweiten Teil des Projektes - den Fledermäusen -  im Rahmen der Dreharbeiten zum „Bayern- Oskar“, da die Schule einen Sonderpreis gewonnen hat und über jeden Preisträger ein Kurzfilm gedreht wurde. Das Schulmaskottchen und der Lernbegleiter Fredi Fledermaus sind wichtiger Bestandteil des Schulalltages und da im örtlichen Silberbergstollen das europaweit größte und artenreichste Fledermausvorkommen beheimatet ist, wurde das Thema „Flugvarianten der Fledermaus“ ebenfalls in Acryl umgesetzt. Der Hintergrund wurde in den Farben der Dämmerung gestaltet, die fliegenden Fledermäuse ebenfalls in Collagetechnik appliziert und detailgetreu ausgestaltet.

Am letzten Tag wurde sorgfältig an den landschaftlichen Details und dem Schattenwurf gearbeitet.

Ebenso durften die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag unter fachkundiger Anleitung an ihren eigenen Kunstwerken arbeiten, die sie dann mit nach Hause nehmen durften.

Schlussgedanke:

In diesem Projekt sind die GrundschülerInnen mit Situationen konfrontiert worden, in denen sie bisher noch keine oder nur wenige Erfahrungen sammeln konnten. Sie konnten miterleben, wie aus einer Idee tatsächlich ein Werk entsteht und durften an der Planung, Entwicklung und Durchführung aktiv teilhaben. Sie lernten die Arbeitsweise einer Künstlerin kennen und sammelten Erfahrungen in der Entstehungsweise eines Kunstwerkes/Bildes. Die SchülerInnen konnten von deren fachkundigen Wissen und ihren Erfahrungen sehr profitieren, da diese praxisnah und zielorientiert waren.

Kinder lernen am effektivsten, wenn sie Dinge selbst erkunden und ausprobieren dürfen. Dies ist in diesem Projekt auf vielerlei Weise umgesetzt worden, vor allem aber in der praktischen Arbeit mit den unterschiedlichsten Materialen.

Ebenso konnten die SchülerInnen ihre kognitiven, sozialen und auch emotionalen Kompetenzen beim Arbeiten in der Gruppe bzw. beim Arbeiten an diesem gemeinsamen großen Ziel erweitern.

Um die Arbeit der Kinder zu würdigen, wird am Ende des Schuljahres in der schuleigenen Aula eine Ausstellung stattfinden, bei der sowohl Bilder, die während der Projektarbeit entstanden sind als auch die Schülerkunstwerke und das Gesamtbild zu bewundern sind.

Noch ausstehend ist der Besuch der vierten Klasse im Atelier der Künstlerin, der zeitnah stattfinden wird. Unter diesem Link ist das entstandene E- Book der 4. Klasse als Videodatei anzusehen.

(Projektbericht von Esther Höfelsauer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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